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Veröffentlicht 1859, entstand John Stuart Mills »Über die Freiheit« vor dem Hintergrund rapider politischer, sozialer und industrieller Veränderungen im Großbritannien des 19. Jahrhunderts. Die viktorianische Ära war geprägt von Debatten über demokratische Reformen, individuelle Rechte und die Grenzen staatlicher Macht – besonders nach den Reform Acts und mit dem wachsenden Einfluss der öffentlichen Meinung. Mill, Philosoph, Ökonom und politischer Theoretiker, beeinflusst vom Utilitarismus sowie von seinem Vater James Mill und Mentor Jeremy Bentham, setzte sich mit der Spannung zwischen individueller Freiheit und der zunehmenden Autorität von Staat und gesellschaftlichen Normen auseinander; seine strenge klassische Bildung und eine frühe psychische Krise prägten seine Sorge um die Pflege der Individualität als Gegengewicht zur Konformität. »Über die Freiheit« bietet eine prinzipielle Verteidigung persönlicher Autonomie und plädiert dafür, Autorität zu begrenzen, um Gedanken-, Meinungs- und Handlungsfreiheit zu schützen, solange anderen kein Schaden zugefügt wird – das sogenannte Schadensprinzip. Teilweise in Zusammenarbeit mit und inspiriert durch seine Frau Harriet Taylor Mill untersucht das Werk sowohl rechtliche Zwangsmaßnahmen als auch die subtileren Zwänge der öffentlichen Meinung. Seine Themen wirkten weit über Großbritannien hinaus und beeinflussen bis heute Debatten über Liberalismus, Bürgerrechte, freie Meinungsäußerung und die Gefahr der Tyrannei der Mehrheit.