Die Föderalistischen Schriften sind eine Sammlung politischer Essays, die in englischer Sprache von Alexander Hamilton, James Madison und John Jay unter dem gemeinsamen Pseudonym »Publius« während der Ratifizierungskrise nach dem Verfassungskonvent von 1787 verfasst wurden. Zunächst erschienen sie fortlaufend in New Yorker Zeitungen – vor allem im Independent Journal, im New-York Packet und im Daily Advertiser – und richteten sich in erster Linie an die Wählerschaft New Yorks, wo die Opposition gegen den vorgeschlagenen Verfassungsentwurf stark war und eine Ratifizierung strategisch unsicher erschien. Entstanden aus den als gescheitert wahrgenommenen Artikeln der Konföderation, zielte die Reihe darauf ab, den neuen föderalen Regierungsrahmen zu erklären und zu verteidigen, indem sie ihn in die praktischen Lehren der Revolutionsära und die breitere Geschichte der Republiken einbettete und zugleich die aktuellen polemischen Debatten der Zeit aufgriff. In ihren Argumenten entwickelt das Werk eine beständige Theorie republikanischer Herrschaft, die Freiheit durch institutionelles Design sichern soll: eine energische, zugleich begrenzte Exekutive, eine Gesetzgebung, die darauf ausgelegt ist, öffentliche Meinungen zu verfeinern und zu erweitern, eine unabhängige Justiz sowie ein föderales System, das nationale Autorität mit staatlicher Souveränität ausbalanciert. Die einflussreichsten Essays analysieren Fraktionen, Repräsentation, Gewaltenteilung und die Logik einer erweiterten Republik und bieten ein Modell politischen Denkens, das umsichtige Staatskunst mit verfassungsrechtlichen Prinzipien verbindet. Im Lauf der Zeit ist die Sammlung zu einer Grundlage der amerikanischen politischen Theorie und Verfassungsinterpretation geworden und wird von Juristen, Gesetzgebern und Wissenschaftlern häufig als zeitgenössische Darstellung der Ziele, inneren Mechanik und beabsichtigten Schutzmechanismen der Verfassung gegen sowohl Anarchie als auch Despotismus herangezogen.