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William James’ Pragmatismus, veröffentlicht 1907, entstand aus einer Reihe öffentlicher Vorlesungen, die er 1906–1907 in Boston und an der Columbia University hielt. Zu dieser Zeit war James bereits eine prominente Gestalt der amerikanischen Philosophie und Psychologie und hatte wesentlich dazu beigetragen, die Psychologie als eigenständige empirische Disziplin zu etablieren. Das Buch entstand in einem philosophischen Klima, das von Spannungen zwischen Empirismus und Rationalismus, Idealismus und Realismus geprägt war, sowie von einem wachsenden Interesse, philosophische Ideen auf konkrete menschliche Probleme anzuwenden. James synthetisierte und popularisierte die pragmatische Methode — ursprünglich mit seinem Freund Charles Sanders Peirce verbunden — als Verfahren, Ideen durch die Prüfung ihrer praktischen Folgen zu klären. Seine Haltung betonte Pluralismus, Offenheit gegenüber Erfahrung und die Nützlichkeit von Überzeugungen, im Einklang mit der intellektuellen Stimmung der Progressiven Ära. Thematisch behandelt Pragmatismus Wahrheit, Sinn und die Rolle von Ideen zur Steuerung menschlichen Handelns, wobei Überzeugungen als Werkzeuge verstanden werden, die sich durch ihre praktischen Wirkungen im gelebten Erleben entwickeln, statt als starre Spiegel der Wirklichkeit zu gelten. James verstand den Pragmatismus als vermittelnde Philosophie zwischen rigidem Absolutismus und übermäßigem Skeptizismus und lud die Leser ein, Philosophie als Fortsetzung des alltäglichen Lebens zu betrachten. Sein energischer, zugänglicher Stil und die Bereitschaft, sowohl Fachpublikum als auch die breite Öffentlichkeit anzusprechen, vergrößerten die Reichweite dieser Ideen. Das Buch beeinflusste das Denken des 20. Jahrhunderts erheblich, prägte amerikanische philosophische Traditionen, inspirierte Bereiche wie Bildung, Politik und Literatur und trug dazu bei, James neben Peirce und John Dewey international als einen der führenden Begründer des amerikanischen Pragmatismus anzuerkennen.