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Der britische Historiker Edward Gibbon des 18. Jahrhunderts verfasste Die Geschichte des Verfalls und des Untergangs des Römischen Reiches als große, mehrbändige Synthese, die zu einem prägenden Werk der aufklärerischen Geschichtsschreibung wurde. In einer Zeit, in der kritische Forschung, klassische Vorbilder und Fragen von Religion und Politik die wissenschaftliche Methodik bestimmten, eröffnet Band 1 ein Projekt, das den Zusammenbruch Roms als einen langen, strukturell erklärbaren Prozess zu verstehen sucht statt als bloße Ereignischronik. Der Band erschien 1776 vor dem Hintergrund einer lebendigen britischen Literaturszene und eines Publikums, das zunehmend umfassende Geschichtswerke verlangte; sein Entstehungskontext spiegelt das Vertrauen der Epoche in die Vernunft, das Ansehen monumentaler Historie und die Debatten um Teleologie, Imperium und religiösen Wandel wider. Das im Auszug wiedergegebene Vorwort des Herausgebers nennt das Werk unverzichtbar für Geschichtsstudierende, betont seine Einheit in der Vermittlung von Antike und Moderne und stellt Gibbons Leistung als eine einmalige, beinahe architektonische Synthese des weitgespannten Untersuchungszeitraums dar — eine Auffassung, die spätere Bewertungen seiner Methode und seines Umfangs prägen sollte.