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Miguel de Cervantes, ein spanischer Romanautor, Dichter und Dramatiker, geboren 1547, schrieb Don Quijote im frühen 17. Jahrhundert, einer Zeit, die durch Spaniens politischen Niedergang und zugleich kulturelle Blüte, das sogenannte Goldene Zeitalter Spaniens, geprägt war. Cervantes selbst führte ein bewegtes Leben: er diente als Soldat, geriet in algerische Gefangenschaft und kämpfte später trotz literarischer Erfolge mit finanziellen Schwierigkeiten. Der erste Teil von Don Quijote erschien 1605, der zweite 1615. Das Werk gilt weithin als einer der ersten modernen Romane wegen seiner komplexen Erzählstruktur, seiner vielschichtigen Erzählweise und seiner metafiktionalen Züge. Entstanden in einer Zeit, in der Ritterromane außer Mode gerieten, fungiert der Roman sowohl als Parodie dieser Stoffe als auch als Reflexion über Spaniens sich wandelnde soziale und moralische Landschaft. Zu den zentralen Themen gehören das Verhältnis von Wirklichkeit und Illusion, der Gegensatz von Idealismus und Pragmatismus sowie die Verwandlungskraft von Literatur und Vorstellungskraft. Seine satirische Auseinandersetzung mit überholten sozialen Idealen sprach zeitgenössische Leser an und inspiriert bis heute immer wieder neue Deutungen. Das Buch prägte die Entwicklung des Romans nachhaltig und beeinflusste Autoren von Laurence Sterne bis Gustave Flaubert und darüber hinaus. Seine bleibende Relevanz liegt in der vielschichtigen Erzählstimme, der Mischung aus Humor und Pathos und der Erforschung menschlicher Sehnsüchte angesichts von Ernüchterung. Indem Cervantes gesellschaftliche Kritik mit innovativen Erzähltechniken verknüpft, schuf er ein Werk, das bis heute grundlegend für die abendländische Literatur und die weltweite Erzähltradition ist.