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Der Kurs der allgemeinen Linguistik von Ferdinand de Saussure wurde posthum 1916 veröffentlicht; er wurde aus Vorlesungsnotizen von Studierenden von Charles Bally und Albert Sechehaye zusammengestellt. Saussure, ein 1857 geborener Schweizer Sprachwissenschaftler, revolutionierte das Fach während seiner Zeit an der Universität Genf. Obwohl er das Werk nie selbst als Buch herausgab, legten seine Vorlesungen von 1906 bis 1911 die Grundlage für die spätere strukturalistische Linguistik und markierten im frühen 20. Jahrhundert, in einer Phase rascher Entwicklungen in Anthropologie, Psychologie und Philosophie, eine Verschiebung von der historisch-vergleichenden Linguistik hin zu einer systematischen, synchronen Analyse der Sprache als strukturiertes System. Thematisch führte das Werk zentrale Unterscheidungen ein, etwa langue (das von einer Gemeinschaft geteilte Sprachsystem) versus parole (individuelle Sprechakte) sowie Signifikant versus Signifikat, und betonte die relationale Natur von Bedeutung. Saussures Modell des sprachlichen Zeichens beeinflusste nachhaltig nicht nur die Linguistik, sondern auch Semiotik, Literaturtheorie, Anthropologie und Kulturwissenschaften und prägte Denkende wie Claude Lévi-Strauss, Roland Barthes und Roman Jakobson.