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Die Insel des Doktor Moreau (1896) steht am Schnittpunkt viktorianischer Wissenschaft und Gesellschaftskritik und gehört zur reifen Phase von H. G. Wells als öffentlicher Intellektueller. Wells (geboren 1866 in Bromley, Kent) war weitgehend autodidaktisch in Naturwissenschaften und Literatur, und seine Fiktion prüft wiederholt die Versprechen und Gefahren modernen Wissens. Auf Englisch in der Fin-de-siècle-Zeit verfasst, entspringt der Roman einem Milieu, das von der darwinschen Theorie, Debatten über Vivisektion und Ängsten vor imperialer Expansion sowie den moralischen Folgen experimenteller Wissenschaft geprägt ist. Er zählt zur sogenannten scientific romance, einer Gattung, die plausible wissenschaftliche Spekulation mit Gesellschaftskritik verbindet. Der spätviktorianische Veröffentlichungskontext erklärt seine Skepsis gegenüber ungebremster technokratischer Herrschaft und die Betonung der unsicheren Grenze zwischen Zivilisation und Wildheit, eine Spannung, die Wells durch den Rahmen einer Schiffserzählung verstärkt, die die Handlung von bloßer Beobachtung zu Gräueltaten lenkt.