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Jules Vernes In 80 Tagen um die Welt (Le Tour du monde en quatre-vingts jours) entstand aus dem Aufbruch populärwissenschaftlicher Schriften und der Fortsetzungsfiktion im Frankreich des späten 19. Jahrhunderts. Verne, bereits berühmt für die lehrhaften Abenteuererzählungen, die später als Voyages extraordinaires zusammengefasst wurden, schrieb den Roman für das Verlegerhaus von Pierre-Jules Hetzel; er erschien erstmals 1872 in Fortsetzungen in der Pariser Presse und wurde 1873 als Buch herausgegeben. In dem im Jahr seiner Erstveröffentlichung spielenden Roman, der in der vertrauten Geografie und den Institutionen des viktorianischen Londons verankert ist, spiegelt sich die damals beschleunigte globale Vernetzung — Dampfschifflinien, wachsende Eisenbahnnetze und die durch die Telegrafie geprägte Zeitdisziplin — ebenso wie das Vertrauen der Epoche in den technischen Fortschritt und die Gewohnheiten eines städtischen Lesepublikums, das begierig auf kosmopolitische Spektakel war, die mit dokumentarischer Präzision dargestellt wurden. Der Roman dramatisiert die Umwandlung der Welt in eine messbare Reiseroute durch die Figur des Phileas Fogg, dessen extreme Regelmäßigkeit und die Abstraktion des Lebens in Zeitpläne sowohl zur Triebfeder der Handlung als auch zu einem satirischen Blick auf die moderne Rationalität werden. Vernes knappes, episodisches Gefüge macht das Reisen selbst zum prinzipiellen ästhetischen Mittel und setzt komische Missverständnisse und Improvisation — verkörpert durch Passepartout — dem Ideal mechanischer Pünktlichkeit entgegen, während die Wettgeschichte die Grenzen der Beherrschung von Zufall, Wetter und politischen Unwägbarkeiten auslotet. Zugleich nimmt der panoramische Reisebericht die imperialen Sehweisen seiner Zeit auf, indem er ferne Orte als Bühnen europäischer Bewegung und Beurteilung behandelt und zugleich ein neues Bewusstsein für planetarische Dimensionen beim Massenpublikum populär machte. Sein anhaltender Einfluss zeigt sich in der Vermehrung von 'Weltumrundungs'-Erzählungen, in zahlreichen Bühnen- und Filmadaptionen sowie in der dauerhaften Verbindung mit Debatten über Zeit, Globalisierung und die Romantik der Geschwindigkeit in der Moderne.