In der Erzählung "Fenitschka" setzt sich Lou Andreas-Salomé, mit der auch für sie sehr bedeutsamen Problematik von Ehe und dem Bedürfnis nach weiblicher Selbstentfaltung im Kontext des damaligen Frauenbildes auseinander. Die Autorin schrieb diese Novelle um 1900, nach einem langen Aufenthalt in Paris. Deutlich erkennen wir in dieser Geschichte autobiographische Züge. Es geht um eine junge Russin, die nach einem langen Studium endlich zu leben beginnt und nun versucht, das Wesen der Liebe zu ergründen. In einer heimlichen Romanze meint sie, dieses Ideal endlich gefunden zu haben. Als aber die Romanze langsam aufgedeckt wird, werden ihr die Lügen und Heimlichkeiten zur Qual, und als der Geliebte gar versucht, sie mit Hilfe eines Heiratsantrages offiziell an sich zu binden, wird ihr die Natur dieser Liebe plötzlich offenbar, und, vor sich selbst erschreckend, flieht sie.
Lou Andreas-Salomé (geborene Louise von Salomé; gelegentliches Pseudonym Henri Lou; in jungen Jahren auch Ljola von Salomé genannt) (* 12. Februar 1861 in St. Petersburg; † 5. Februar 1937 in Göttingen) war eine weitgereiste Schriftstellerin, Erzählerin, Essayistin und Psychoanalytikerin aus russisch-deutscher Familie. Bekanntheit erlangte sie durch ihr literarisches Schaffen im Bereich der Religion, Philosophie und Kulturwissenschaft. (Quelle: Wikipedia)View all by Lou Andreas-Salomé