„Nachtstücke“ ist eine Sammlung unheimlicher Erzählungen, in denen E. T. A. Hoffmann das Dunkle, das Abgründige und das psychologisch Verstörende literarisch erforscht. In Geschichten wie „Der Sandmann“, „Das öde Haus“ oder „Die Jesuiterkirche in G…“ begegnen wir Figuren, die zwischen Wahn und Wirklichkeit taumeln, getrieben von Ängsten, Obsessionen und verdrängten Erinnerungen.
Hoffmann greift Motive aus Träumen, Märchen und Wahnsystemen auf, verbindet sie mit einer scharfsinnigen Kritik an Vernunftgläubigkeit und bürgerlicher Oberfläche. Seine „Nachtstücke“ wirken wie Vorläufer der modernen Psychologie, der Gothic Fiction und des filmischen Expressionismus.
Die Texte sind stilistisch brillant, voller Ironie und Musikalität – aber auch voller Schatten. Wer sich auf sie einlässt, taucht in eine Welt ein, in der das Unheimliche im Alltäglichen wohnt und das Ich nicht mehr sicher ist.