„Effi Briest“ ist ein leiser, aber tiefgreifender Roman über gesellschaftliche Zwänge, emotionale Isolation und das langsame Verlöschen persönlicher Freiheit im wilhelminischen Deutschland. Die junge Effi, kaum 17, wird mit dem viel älteren Baron von Innstetten verheiratet – eine Verbindung, die weniger auf Liebe als auf Anstand und Erwartung basiert.
Im Verlauf der Jahre wird Effi zur tragischen Figur: zwischen Konvention und Sehnsucht, Schuld und Schicksal. Fontanes Erzählweise ist dabei nüchtern und zurückhaltend – gerade das macht die innere Dramatik umso intensiver. Es geht nicht nur um Ehebruch, sondern um das stille Scheitern einer Frau in einer Gesellschaft, die keine zweite Chance kennt.