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Thomas Hobbes’ Werk „Leviathan“, erstmals 1651 veröffentlicht, entstand inmitten des englischen Bürgerkriegs, einer Zeit politischer Zersplitterung, innerer Unruhen und heftiger Debatten über die Natur von Autorität. Hobbes, 1588 geboren, war ein Philosoph, stark geprägt von der wissenschaftlichen Revolution und der politischen Instabilität seiner Zeit; er studierte in Oxford, war in europäischen Gelehrtenkreisen vernetzt, reiste viel und stand mit Persönlichkeiten wie Galileo in Kontakt. Seine Beobachtungen sowohl der Instabilität monarchischer Herrschaft als auch der Gefahren der Anarchie formten seine Auffassungen von Menschennatur und Herrschaft; das Werk reagiert auf das Chaos des Bürgerkriegs und sucht eine rationale Grundlage politischer Ordnung, die Frieden und Stabilität sichern kann. Der Leviathan entwickelt eine systematische Theorie politischer Autorität, verankert in einer materialistischen und mechanistischen Sicht des menschlichen Verhaltens; zentrale Themen sind der Gesellschaftsvertrag, die Notwendigkeit eines starken Souveräns zur Verhinderung eines gesellschaftlichen Zusammenbruchs und das Verhältnis zwischen individueller Freiheit und kollektiver Sicherheit. Hobbes’ Argumente, präzise und oft kompromisslos formuliert, beeinflussten die politische Theorie nachhaltig, legten Grundlagen sowohl für absolutistische Theorien als auch für spätere liberale Kritiken und riefen bei Erscheinen Kontroversen hervor, weil man ihm Säkularismus und die Unterordnung religiöser Autorität unter den Staat vorwarf. Seine Wirkung reichte über ganz Europa und ist bis heute in Diskussionen über politische Legitimität, die Natur des Menschen und die Grundlagen der Zivilgesellschaft von Bedeutung.