Organon der Heilkunst (Klassiker der Homöopathie)

Grundlagen der Homöopathie zwischen Ähnlichkeitsregel, Arzneimittelprüfung und MedizingeschichteBy Samuel Hahnemann
Listen with Sir Michael Caine™ and 1,000+ voices
Length9h 2m

About this audiobook

Samuel Hahnemanns "Organon der Heilkunst", erstmals 1810 veröffentlicht und in mehreren Auflagen erweitert, ist zugleich Lehrschrift, erkenntnistheoretisches Manifest und methodische Kritik der Medizin seiner Zeit. In knapp gefassten, aphoristischen Paragraphen entwickelt Hahnemann die Grundsätze der Homöopathie: das Ähnlichkeitsprinzip ("Similia similibus curentur"), die Ermittlung von Arzneiwirkungen an Gesunden, die Individualisierung des Krankheitsbildes sowie die Anwendung möglichst kleiner Dosen. Der Text verbindet systematische Argumentation mit polemischer Abgrenzung von Aderlass, Vielmedikation und spekulativer Krankheitslehre. Sein literarischer Kontext liegt zwischen spätaufklärerischem Rationalismus, naturphilosophischer Ganzheitsvorstellung und dem entstehenden Anspruch einer empirisch begründeten Heilkunde. Hahnemann (1755–1843), ausgebildeter Arzt, Übersetzer und pharmazeutischer Gelehrter, wandte sich gegen therapeutische Verfahren, deren Nutzen er angesichts ihrer oft schädlichen Nebenwirkungen bezweifelte. Seine intensive Beschäftigung mit medizinischen, chemischen und sprachwissenschaftlichen Quellen sowie seine Erfahrungen in der ärztlichen Praxis führten ihn zu dem Versuch, Behandlung auf reproduzierbare Beobachtung und eine einheitliche Methodik zu gründen. Das "Organon" ist daher auch ein autobiografisch gefärbtes Zeugnis wissenschaftlicher Opposition und Reformabsicht. Leserinnen und Leser, die die Geschichte der Medizin, die Entstehung alternativer Heilkonzepte oder die Wissenschaftskultur um 1800 verstehen möchten, finden hier eine zentrale Primärquelle. Empfehlenswert ist die Lektüre mit kritischem historischem Bewusstsein: als prägnantes Dokument medizinischer Selbstverständigung, nicht als Ersatz für evidenzbasierte ärztliche Beratung.

Audiobook details

Rating★★★★ 4.4 (358)
Includes Goodreads, Amazon, LibraryThing, StoryGraph
GenreHealth and Wellness
Length9 hrs 2 mins
Narrated byListen with 1,000+ voices
FormateBook with Audio
Publish dateFeb 5, 2015
LanguageGerman

Table of contents

1Einführung in das Gesamtgebiet des Okkultismus: Vom Altertum bis zur Gegenwart (Kommentiert)
2Vorrede zur vierten Ausgabe.
3Einleitung. (pt. 1)
4Einleitung. (pt. 2)
51. 2. Der einzige Beruf des Arztes ist schnelles, sanftes, dauerhaftes Heilen; Anm. nicht das Schmieden theoretischer Systeme und Erklärungs-Versuche.
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63. 4. Er muß das an Krankheiten zu Heilende aufsuchen und das Heilende in den verschiednen Arzneien kennen, um dieses jenem anpassen zu können, auch die Gesundheit der Menschen zu erhalten verstehen.
75. 6. Die Krankheiten sind an sich unerkennbar im innerlich Veränderten, aber deutlich erkennbar in den Symptomen. Anm. Erklärung des Gesagten.
87. Zur Heilung beihülfliches Achten auf Veranlassung, Grundursache und andre Umstände.
98. Die Krankheit besteht für den Arzt bloß in der Gesammtheit ihrer Symptome.
109. Unter Achtung auf jene Umstände (7.) braucht der Arzt bloß die Gesammtheit der Symptome hinwegzunehmen. um die Krankheit zu heilen. Anm. a. Die offenbar die Krankheit veranlassende und unterhaltende Ursache ist hinwegzuräumen. Anm. b. Verwerflichkeit der symptomatischen, auf ein einziges Symptom gerichteten, palliativen Curart.
1110. 11. 12. Sind alle Symptome getilgt, so ist jederzeit die Krankheit auch in ihrem Innern geheilt.
1213. Die Gesammtheit der Symptome ist die einzige Indication, die einzige Hinweisung auf ein zu wählendes Heilmittel.
1314. Die Befindens-Veränderung in Krankheiten (die Krankheits-Symptome) kann von den Arzneien nicht anders geheilt werden, als in sofern diese die Kraft haben, ebenfalls Befindens-Veränderungen im Menschen zuwege zu bringen.
1415. Diese Befindens-Veränderungs-Kraft der Arzneien kann bloß bei ihrer Einwirkung auf (gesunde) Menschen wahrgenommen werden.
1516. Die krankhaften Symptome, welche die Arzneien im gesunden Menschen erzeugen, sind das Einzige, woraus wir ihre Krankheit-Heilungs-Kraft erkennen lernen.
1617. Zeigt die Erfahrung, daß durch Arzneien, welche ähnliche Symptome, als die Krankheit, haben, diese am gewissesten und dauerhaftesten geheilt werde, so hat man zum Heilen Arzneien von ähnlichen Symptomen – zeigt sie, daß die Krankheit am gewissesten und dauerhaftesten durch entgegengesetzte Arznei-Symptome geheilt werde, so hat man Arzneien von entgegengesetzten Symptomen zum Heilen zu wählen. Anm. Der Gebrauch der Arzneien, deren Symptome keinen eigentlichen (pathischen) Bezug auf die Krankheits-Symptome haben, den Körper aber andersartig angreifen, ist die allopathische, verwerfliche Curmethode.
1718. Durch entgegengesetzte Arznei-Symptome ( antipathische Cur) werden anhaltende Krankheits-Symptome nicht geheilt.
1819. 20. Nur die noch übrige homöopathische Heilmethode durch Arzneien von ähnlichen Symptomen zeigt sich in der Erfahrung durchaus hülfreich.
1921. Dieß beruht auf dem Natur-Heilgesetze, daß eine schwächere dynamische Affection im lebenden Menschen von einer ihr sehr ähnlichen, stärkern, bloß der Art nach abweichenden, dauerhaft ausgelöscht wird. Anm. Dieß geschieht auch bei physischen Affectionen, wie bei moralischen Uebeln.
2022. Das Heil-Vermögen der Arzneien beruht daher auf ihren der Krankheit ähnlichen Symptomen.
2123–27. Versuch einer Erklärung dieses Natur-Heilgesetzes.
2228. Der menschliche Körper ist weit geneigter, sich durch Arzneikräfte in seinem Befinden umstimmen zu lassen, als durch natürliche Krankheit.
2329. 30. Des homöopathischen Heilgesetzes Richtigkeit zeigt sich an dem Nicht-Gelingen jeder unhomöopathischen Cur eines ältern Uebels und daran, daß auch zwei im Körper zusammentreffende, natürliche Krankheiten, sobald sie einander unähnlich sind, einander nicht aufheben und nicht heilen.
2431. I. Die ältere, im Körper wohnende Krankheit hält, wenn sie gleich stark, oder stärker ist, eine neue, unähnliche Krankheit vom Menschen ab.
2532. So bleiben auch bei unhomöopathischen Curen, die nicht heftig sind, die chronischen Krankheiten, wie sie waren.
2633. II. Oder eine den schon kranken Menschen befallende, neue, stärkere Krankheit unterdrückt nur, so lange sie dauert, die alte, im Körper wohnende, ihr unähnliche Krankheit, hebt diese aber nie auf.
2734. Eben so heilen starke Curen mit allopathischen Arzneien keine chronische Krankheit, sondern unterdrücken sie nur so lange, als der Angriff mit heftigen Arzneien dauert, welche keine der Krankheit ähnliche Symptome für sich erregen können; hernach kommt die chronische Krankheit eben so schlimm und schlimmer wieder hervor.
2835. III. Oder die neue Krankheit tritt nach langer Einwirkung auf den Körper zu der ältern, ihr unähnlichen, und es entsteht eine doppelte (complicirte) Krankheit; keine dieser beiden sich unähnlichen hebt die andre auf.
2936. Noch weit öfterer, als im Laufe der Natur, gesellt sich eine durch langwierig angewendete, heftige, unpassende (allopathische) Arznei erzeugte Kunst-Krankheit beim gewöhnlichen Cur-Verfahren zu der ihr unähnlichen (folglich nicht durch jene heilbaren) alten, natürlichen Krankheit, und der chronisch Kranke ist nun doppelt krank.
3037. Die sich so complicirenden Krankheiten nehmen, ihrer Unähnlichkeit wegen, jede den ihr im Organism gehörigen Platz ein.
3138. 39. Aber ganz anders ist's beim Zutritt einer stärkern Krankheit zu der ihr ähnlichen, alten; denn diese wird dann von jener aufgehoben und geheilt.
3240. Erklärung dieser Erscheinung.
3341. Beispiele chronischer Krankheiten, durch zufälligen Zutritt einer andern, ähnlichen, stärkern geheilt.
3442–44. Selbst von den im Laufe der Natur selbst zusammentreffenden Krankheiten kann nur die von ähnlichen Symptomen die andre aufheben und heilen, die unähnliche Krankheit aber kann es nie, zur Belehrung für den Arzt, mit welcher Art Arzneien er gewiß heilen könne, nämlich einzig mit den homöopathischen.
3545. Die Natur hat nur wenige Krankheiten andern Krankheiten zur homöopathischen Hülfe zuzuschicken, und diese ihre Hülfsmittel sind mit vielen Unbequemlichkeiten verbunden.
3646. Dagegen hat der Arzt unzählige Heilpotenzen mit großen Vorzügen vor jenen.
3747. 48. Aus jenem Vorgange in der Natur wird der Arzt fortan die Lehre ziehen, Krankheiten nie anders als mit homöopathisch gewählten Arzneien zu behandeln und sie so zu heilen, nie aber mit andersartigen (allopathischen), welche nie heilen, sondern bloß den Kranken verderben.
3849. 50. Es giebt nur drei mögliche Arten von Anwendung der Arzneien gegen Krankheiten: 1) die allein hülfreiche, homöopathische,
3951. 2) die allopathische oder heteropathische,
4052. 3) die antipathische (enantiopathische), palliative.
4153. Auf welchem Cur-Wege gegen ein einzelnes Symptom der Krankheit eine Arznei von entgegengesetzter Wirkungs-Aeußerung (contraria contrariis) verordnet wird. Beispiele.
4254. Dieses antipathische Verfahren ist nicht bloß fehlerhaft, weil es nur gegen ein einzelnes Krankheits-Symptom gerichtet ist, sondern auch, weil in anhaltenden Beschwerden, nach kurzer Schein-Erleichterung, wahre Verschlimmerung erfolgt. Anm. Zeugnisse der Schriftsteller.
4355. Schädliche Erfolge einiger antipathischen Curen.
4456. Die gesteigerten Gaben bei Wiederholung eines Palliativs heilen auch nie chronische Uebel, richten aber desto größeres Unglück an,
4557. woraus die Aerzte auf die Hülfreichheit des gegenteiligen, allein guten Heilwegs hätten schließen sollen, nämlich des homöopathischen.
4658. Der Grund von der Schädlichkeit der palliativen und von der alleinigen Heilsamkeit der homöopathischen Arznei-Anwendung
4759. beruht auf dem Unterschiede der bei Einwirkung einer jeden Arznei statt findenden Erstwirkung und der hierauf vom lebenden Organism (der Lebenskraft) veranstalteten Gegenwirkung oder Nachwirkung.
4860. Erklärung der Erstwirkung und der Nachwirkung.
4961. Beispiele von beiden.
5062. Bloß bei den kleinsten homöopathischen Arzneigaben im Heilgeschäfte wird die Nachwirkung der Lebenskraft einzig durch die Herstellung des Gleichgewichts der Gesundheit kund.

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