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Samuel Taylor Coleridge, eine der zentralen Gestalten der englischen Romantik, wird traditionell mit William Wordsworth und dem gemeinsamen Projekt der Lyrical Ballads (1798) in Verbindung gebracht. Coleridge, in Cambridge ausgebildet und später ein Universalgelehrter in Philosophie und Theologie, verfasste Die Ballade vom alten Seemann in den späten 1790er Jahren als Teil einer breiteren Entwicklung hin zu schlichterer Sprache, vertiefter Reflexion und imaginativer Synthese. Das Gedicht ist in eine Rahmenerzählung eingebettet: Ein zeitgenössischer Hochzeitsgast wird gezwungen, der Erzählung des Seemanns zuzuhören — ein Mittel, das mündliche Überlieferung mit erhabener Geheimnisladung verbindet. In Balladenstrophen geschrieben — vier Zeilen mit abwechselndem jambischem Tetrameter und Trimeter — entwickelt das Werk einen klaren, gesangsähnlichen Rhythmus, der eine Erzählung trägt, die vom Erhabenen und Übernatürlichen durchdrungen ist. Seine Veröffentlichung 1798 setzt es an den Beginn romantischer Experimentierfreude, eingebettet in ein Milieu von Seekabenteuer, visionärer Seefahrernovellen und einer wachsenden Beschäftigung mit der Natur als moralischer und geistiger Kraft. Die hier zitierte Passage, die mit der Mahnung des alten Seemanns beginnt und über Sturm, Albatros und die Gestalt des Todes führt, veranschaulicht Coleridges Verbindung von erzählerischem Realismus, mythischem Symbol und ethischer Fragestellung, wie sie die frühe romantische Poetik und das übergreifende Programm der Lyrical Ballads prägt.