„Der Untertan“ ist Heinrich Manns scharfsinnige, satirische Abrechnung mit dem deutschen Kaiserreich und seinem typischen Bürger: autoritätshörig, angepasst, ehrgeizig – und zugleich innerlich leer. Im Zentrum steht Diederich Heßling, ein Karrierist, der sich mit systemkonformer Feigheit und aggressivem Opportunismus nach oben kämpft.
Mann entlarvt mit messerscharfem Witz die Strukturen einer Gesellschaft, die Macht anpasst, Individualität unterdrückt und Kritik als Gefahr betrachtet. „Der Untertan“ erschien 1918, kurz vor dem Ende des Kaiserreichs – und wurde sofort als literarischer Skandal und prophetisches Werk gefeiert. Der Text ist hochpolitisch, aber auch von psychologischer Tiefe: eine Studie über Angst, Männlichkeitswahn, Duckmäusertum und Machtfantasien.