Diese Novelle erzählt die tragische Geschichte eines armen, gesellschaftlich marginalisierten Musikers, dessen Leben von Bescheidenheit, innerer Würde und stiller Hingabe geprägt ist. In der Rahmenhandlung erinnert sich der Erzähler an die Begegnung mit dem „armen Spielmann“ während eines Wiener Volksfestes und rekonstruiert dessen Lebensgeschichte. Grillparzer zeichnet ein feinfühliges Porträt eines Menschen, der trotz sozialer Ausgrenzung und persönlicher Entbehrung an seinen moralischen Idealen festhält. Das Werk thematisiert das Spannungsfeld zwischen Kunst und Gesellschaft, Außenseitertum, Scheitern und menschlicher Größe und gilt als eines der eindringlichsten psychologischen Charakterstudien des 19. Jahrhunderts.