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Length8h 56m
About this audiobook
Sprecher: Emma Braslavsky, Alexander Magerl Sound & Sounddesign: Alexander Magerl Das mehrfach ausgezeichnete und nominierte Debüt! 1969 explodiert in Erfurt die Domuhr und der junge Mathematiker Eduard Meißerl verliert sein Gedächtnis. Beide Ereignisse sind zugleich Anfang und Ende dieser tragikomischen Geschichte über eine Gruppe vertriebener Sudetendeutscher im realexistierenden Sozialismus, deren schwierig gewordene Lebensspuren im Wettkampf zwischen Erinnerungen und Zukunft verlaufen müssen. Eduard, der Mathematiker und Zeitpedant, verliebt sich in Anna, die Sängerin und Konsumleiterin. Während er jede freie Minute zwischen ihr und der Entwicklung seines Uhrwerkprojekts aufteilt, kämpft sein Kindheitsfreund Paul mit seiner Untergrundorganisation ANS um Wahrung der sudetendeutschen Identität. Im Viertel herrscht Uneinigkeit über den Sinn dieser Organisation, trotzdem mobilisiert Paul Anhänger in Ost und West für eine Kundgebung in Prag am Tag des Eishockeyspiels UdSSR gegen ČSSR, um ein Selbstbestimmungsrecht einzufordern, das als einziges Ergebnis des Prager Frühlings nun allen Minderheiten in der Tschechoslowakei durch die neue Verfassung garantiert werden sollte. Und Eduard soll dabei sein, wenn Paul in den internationalen Medien die ČSSSR (Tschecho-Slowako-Sudetendeutsche Sozialistische Republik) ausruft. Obwohl Eduard andere Pläne hat, trifft ihn die Härte der sozialistischen Diktatur mit voller Wucht. Braslavskys erster Roman erzählt von der Schwerkraft des Gedächtnisses. Er fragt zwischen den Zeilen nach dem Verhältnis von Geist und Mensch, von Erinnerung und Identität. Ein Stück deutsche Geschichte wird hier auf ebenso satirische wie sprachmächtige Weise vor dem Vergessen bewahrt. Ausgewählte Rezensionen Eine Geschichte, die für mich zu den anrührendsten und gleichzeitig intellektuell weiterführendsten in diesem Frühjahr der jungen deutschen Literatur zählt. … Er ist ein formal sehr ambitionierter Roman …, ein großes, auch gelungenes Formexperiment, das mich von der ersten Seite in den Bann geschlagen hat. (Denis Scheck, druckfrisch) Treffender kann man das Dilemma einer bis heute andauernden Schuld-Diskussion, in der das gegenseitige Aufrechnen der Opfer längst zum Ritual gehört, wohl kaum auf den Punkt bringen. (Gisa Funck, Frankfurter Allgemeine Zeitung) An der engen biografischen Bindung und an dem gleichzeitigen altersbedingten Abstand, den Braslavsky zu ihrem Gegenstand hat, mag es liegen, dass Aus dem Sinn kein bemühter Thesenroman ist, der sich im Diskurs deutscher Vergangenheitsbewältigung positionieren will. Das ist fast ein Wunder … Dass Braslavsky das tun kann, … liegt vor allem an ihrem erzählerischen Talent, mit dem sie ein phantastisch skurriles Ensemble von Figuren entwirft, die alle auf heillose und tragikomische Weise in das Netzwerk der deutschen Geschichte verstrickt sind. (Wiebke Porombka, taz) Lachen und Weinen liegen eng beieinander in diesen Geschichten von Sehnsucht und Verrat, Hoffnung und Enttäuschung, Liebe und Leid. Und erstaunlicherweise erhalten gerade die aus den Sudeten erinnerten Erlebnisse eine wunderbare erzählerische Leuchtkraft. … Am stärksten ist Emma Braslavskys Erzählstil in der literarischen Überhöhung und der ironischen Brechung der erinnerten Zusammenhänge. (Lilo Plaschke, Thüringer Allgemeine) Der erstaunlichste Roman, der in letzter Zeit als Debüt veröffentlicht wurde. (Harald Loch, Hamburger Abendblatt) Es geht ihr (der Autorin) um die Rechte des Individuums, um die Möglichkeit, auch falsche Entscheidungen zu fällen. Um Entfaltung von Individualität auch im Gegensatz zur herrschenden Ideologie. … Gutwillige, übereifrige, aber harmlose junge Leute werden von einer perfekt organisierten Maschinerie überrollt und zerstört. Ideologie und individuelle Interessen kollidieren. Ein Buch, das in mehrfacher Hinsicht nachdenklich macht.
Audiobook details
GenreOther, General Fiction
Length8 hrs 56 mins
Narrated byEmma Braslavsky, Alexander Magerl
FormatAudiobook
Publish dateMay 7, 2021
LanguageGerman
Table of contents
1Kapitel 01: Prolog, Erst ein Ende
20Kapitel 20: Sonntag, 26.10.1969
2Kapitel 02: Das Rötliche Licht am Neujahrsmorgenhimmel
21Kapitel 21: Nadja und Paul auf der Höhe des tiefen E
3Kapitel 03: Donnerstag, 16.10.1969
22Kapitel 22: Vorderhirn und Hinterwald
4Kapitel 04: Die Braumann'schen Regalsteher
23Kapitel 23: Bayerlov, der Tscheche
5Kapitel 05: Viertel, Halb, Dreiviertel, Um
24Kapitel 24: Keine Beichte unterm Wüstenhimmel
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6Kapitel 06: Tonlagen beim Exgeheimrat
25Kapitel 25: Montag, 27.10.1969
7Kapitel 07: Draussen, im Resonanzraum
26Kapitel 26: Am grossen Tag, der Bus
8Kapitel 08: Sie folge mir mit jenem Ton dahin
27Kapitel 27: Nimmerklug im Nimmerland
9Kapitel 09: Samstag, 18.10.1969
28Kapitel 28: Anna und die unglückliche Resonanz
10Kapitel 10: Der Professor und die Greussner Salami
29Kapitel 29: Kommt Zeit, kommt Rat
11Kapitel 11: Ellas E-Zone
30Kapitel 30: Freitag, 31.10.1969
12Kapitel 12: Annas Zyklus
31Kapitel 31: Der Butterkäse, der Storno und die Schweigepflicht
13Kapitel 13: Mittwoch, 22.10.1969
32Kapitel 32: Vor der Mutterbrust, unterm Vaterland
14Kapitel 14: In der Sache Elena Wladimirovna
33Kapitel 33: Nadjas Briefe an den Neumond
15Kapitel 15: Liebe geht nicht durch den Spiegel
34Kapitel 34: Ein Sprung in der Glocke
16Kapitel 16: Die Welten der Gärtnerklause
35Kapitel 35: Sieben Posaunen, Erste Prognosen, Kein Durchblick
17Kapitel 17: Das Brautpaar, das Akkordeon, die Fischer und der Lurch
36Kapitel 36: Dienstag, 4.11.1969
18Kapitel 18: Einmal der helle Schein
37Kapitel 37: Im Himmel, den sein hellstes Licht verklärt
19Kapitel 19: Ella und Anna an der Ä-Zone
38Kapitel 38: Epilog, Und dann ein Anfang