About this audiobook
Martin Salander, Kellers spätes Meisterwerk von 1886, schildert die Heimkehr eines weit gereisten Bürgers in eine Schweizer Kleinstadt, in der liberale Ideale auf Spekulation, Protektion und patriotische Phrasen treffen. In der klaren Prosa des Poetischen Realismus entfaltet Keller ein Panorama von Amtsträgern, Geschäftsleuten und Familien, das die junge Bundesstaatlichkeit nach 1848 spiegelt. Mit abgewogener Ironie prüft der Roman bürgerliche Tugend, Gemeinsinn und Bildung und fragt, ob Heimat im Zeitalter des Kapitals Bestand haben kann. Gottfried Keller (1819–1890), Zürcher Dichter und langjähriger Staatsschreiber des Kantons, war Zeuge der politischen Konsolidierung der Schweiz und der Euphorien der Gründerzeit. Als ehemaliger Maler und genauer Beobachter des bürgerlichen Lebens verband er ästhetische Maßarbeit mit amtlicher Erfahrung. Seine Skepsis gegenüber nationalistischer Rhetorik und finanziellem Abenteurertum, genährt durch Amtsalltag und Zeitkrisen, prägt Figuren und Konflikte; Martin Salander ist folgerichtig seine letzte große Prüfung des liberalen Ethos. Empfohlen für alle, die den Heimatroman als kritische Moderneerzählung entdecken wollen: Dieses Buch verbindet historische Einsicht, politisches Feingefühl und erzählerische Eleganz. Wer ein klassisches, zugleich aktuell klingendes Panorama bürgerlicher Gesellschaft sucht, findet hier ein klarsichtiges, anregendes und dauerhaft gültiges Leseerlebnis.
Quickie Classics fasst zeitlose Werke präzise zusammen, bewahrt die Stimme des Autors und hält die Prosa klar, schnell und gut lesbar – destilliert, niemals verwässert. Extras der erweiterten Ausgabe: Einführung · Zusammenfassung · Historischer Kontext · Kurze Analyse · 4 Reflexionsfragen · Redaktionelle Fußnoten.